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Geheime Dramaturgische Gesellschaft Posts

»Club Convention« am Schauspiel Leipzig 2019

Vom 22.–26. Mai waren Willi und Tobias bei der »Club Convention« am Schauspiel Leipzig im Einsatz: Das Festival ver­sam­melt die neu­en Produktionen der vier Spielclubs und soll zudem den Austausch der Gruppen unter­ein­an­der ermög­li­chen. Für vier Tage gehö­ren die Bühnen und Foyers des Schauspielhauses den nicht-professionellen Spieler*innen zwi­schen 14–89 Jahren.

Gemeinsam mit einer von uns ange­lei­te­ten Gruppe von thea­ter­päd­ago­gi­schen Stipendiat*innen aus Erlangen, Hannover, Hildesheim, Merseburg und Hamburg war die Geheime Dramaturgische Gesellschaft bereits zum zwei­ten Mal in Folge ein gestal­ten­der und beob­ach­ten­der Teil des Festivals: Im Foyer der »Diskothek« schlu­gen wir unser Basislager auf, in einem mehr­tä­gi­gen Workshop erprob­ten und reflek­tier­ten wir Gesprächsformate und Feedbackmethoden wie den »Rücksitz« und das »Unbeschriebene Blatt«.

Die auf dem Festival ange­bo­te­nen Nachgespräche dien­ten uns als Beobachtungsgegenstand, um eini­ge grund­le­gen­de Fragen an thea­ter­päd­ago­gi­sche Austauschformate und Festivals wie die »Club Convention« zu stel­len: Wer spricht dort mit wem? Was ist das Ziel sol­cher Gespräche? Wer will was von wem wis­sen? Und wie las­sen sich auch auf sol­chen Festivals, bei denen das berech­tig­te Bedürfnis nach der gemein­sa­men Feier der eige­nen Arbeit im Vordergrund steht, Räume für ver­schie­de­ne Seherfahrungen und kon­struk­ti­ves Feedback schaf­fen?

Nach einer lan­gen Partynacht mit vie­len gelös­ten Gesprächen pack­ten wir unse­re Kisten wie­der zusam­men und fuh­ren mit vie­len Eindrücken und Denkanstößen nach Hause.

Als Einblick in unser Basislager, hier noch das vom Publikum der Leipziger »Club Convention« geschrie­be­ne Theater-ABC:

Auto­sug­ges­ti­on / Alltag / Augen­schmaus / Anti­ke / Alma / Anschrei­en

Bretter, die die Welt bedeu­ten / Babette / Busch / Brecht

Chemie / Chaos

Diskonebel

Elite / Emily

Fanatiker / Fantasie

Große Fragen

Hauptrollenakteur*in / Habitation

Ich, Ich, Ich, WIR / Integration

Jugendlichkeit / Jule / Jenny

Kill your Darlings! / Kleist

Licht / Liebe

Machen!!! / Materialschlacht / Marionettentheater

Nachmacher!

Ohnmachtsängste / Ooooooooh!

Pause / Performance

Quatsch / Quelle / Quodlibet

REAKTION gleich AKTION

Spaß / Spannung

Textarbeit / Toi, Toi, Toi!

Unterhaltung / Umnachtung / Umarmung

Vulgärästhetik / Vergissmeinnicht

Wettbewerb ? / Weltordnung / Werbung / Walter Zissmann

X‑malige Wiederholungen

Yves Hinrichs / Y ist immer schwie­rig

Zur-Schau-stellen / Zupfen / Zauber

Fangnetz für offe­ne Fragen
Theater – ABC
Eine Frage des Vertrauens
Nehmt doch Platz
Schau dich um. Wer fehlt hier?
Grundsitzdiskussion mit der GDG und den Stipendiat*innen
ODER?!
Wer hat noch nicht, wer will noch­mal?
Das unbe­schrie­be­ne Blatt
Bierdeckelfragen

Jugendjury beim „Treff: Junges Theater in Thüringen“

Für den „Treff: Junges Theater in Thüringen“ wird eine Jugendjury aus Menschen zwi­schen 16 und 27 gesucht, die sich aktiv in die Thüringer Theaterszene ein­brin­gen (zum Beispiel als Spieler*innen, FSJler*innen, lei­den­schaft­li­che Zuschauer*innen), jedoch noch nicht auf dem Weg zur Professionalisierung, bspw. durch ein Studium in der Richtung, sind. Diese suchen gemein­sam mit einer Jury aus beruf­lich Theaterschafenden die Produktionen für den 24. Treff aus. Außerdem gestal­ten sie gemein­sam mit Saskia und Vincent von der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft die Nachgespräche auf dem Festival und sie kön­nen so Impulse für den Treff und die Gespräche mit­ein­an­der set­zen.

Zur Vorbereitung der Jugend-Jury gibt es einen Workshop mit der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft (GDG) zum Thema Festivalbegleitung und Gesprächsformate. Der Workshop fin­det am 06. – 07.04.2019 in Erfurt statt. Dabei steht auch ein gemein­sa­mer Theaterbesuch auf dem Programm. Der Workshop ist für 10 Jugendliche aus den ver­schie­de­nen Thüringer Theatern offen, fünf von ihnen wer­den dann die Jugend-Jury bil­den.

Auf Theaterfestivals ist der GDG immer wie­der auf­ge­fal­len, dass man haupt­säch­lich mit Leuten redet, die man schon kennt und das die span­nends­ten Gespräche mit “Neuen” in der Schlange vorm Essen oder zufäl­lig an der Bar ent­ste­hen. In den “offi­zi­el­len” Gesprächen reden oft immer die­sel­ben und zu einem pro­duk­ti­ven, wert­schät­zen­dem und kri­ti­schen Austausch, der für alle berei­chernd ist, kommt es sel­ten. Wie kann man das ändern? Und was kann eine Jugend-Jury dazu bei­tra­gen? Gemeinsam mit Saskia Scheffel und Vincent Kresse von der GDG wer­den Strategien gesucht, um posi­tiv auf Festivals ein­zu­wir­ken, Gesprächsformate aus­pro­biert und Sehgewohnheiten hin­ter­fragt.

Wer Lust hat Teil des Workshops und der Jugendjury zu sein mel­de sich bis zum 25.März in der Geschäftsstelle der LAG Spiel+Theater Thüringen bei Uta Homberg unter spiel-und-theater@lag-thueringen.de.

Weitere Termine:

1.5. – 15.06.2019: Sichtung der Bewerbungsvideos

Zeitraum: 24. – 28.06.2019: ein­tä­gi­ge Jury-Sitzung, Erfurt

17. – 20.10.2019 Teilnahme am Festival

3. Klausurtagung der GDG

Wir haben 2018 an so vie­len Projekten gear­bei­tet wie noch nie. Ein Wochenende lang haben wir uns des­halb bei unse­rer 3. Klausur vom 16.–18.11. Zeit genom­men das ver­gan­ge­ne Jahr zu reflek­tie­ren und das kom­men­de Jahr anzu­den­ken und vor­zu­be­rei­ten. Unser Dank geht an die­ser Stelle noch ein­mal an das Stellwerk Weimar für das Zurverfügungstellen der Räumlichkeiten.

Außerdem haben wir uns Zeit genom­men unser Format der Preisverleihung zu pro­ben. In Ermangelung eines Festivalprogramms haben wir dafür Youtube-Videos benutzt. Hier die Ergebnisse:

Bester Schnitt – Kung Fury → https://www.youtube.com/watch?v=bS5P_LAqiVg

Größtes Fremdschämpotential – Service is Selling → https://www.youtube.com/watch?v=LXmShIyjJvg

ange­mes­se­ne Länge – Too many cooks → https://www.youtube.com/watch?v=QrGrOK8oZG8

Bester Hintergrund – BP Spills Coffee → https://www.youtube.com/watch?v=2AAa0gd7ClM

Klarster Moment von „Das kann ich auch“ – 3 Minute Meal → https://www.youtube.com/watch?v=Vf8fB7DUSkg

Aufregendste Bartfrisur – The Horribly Slow Murderer with the Extremely Inefficient Weapon by Richard Gale → https://www.youtube.com/watch?v=9VDvgL58h_Y

Größtes Ego – David für die stand­haf­te Vertretung eige­ner Positionen in der Preisverleihung

Schönste Auflösung – 3 minu­te meal → https://www.youtube.com/watch?v=Vf8fB7DUSkg

Beste Nahaufnahme – Die Nuss

Klarste Form – too many cooks → https://www.youtube.com/watch?v=QrGrOK8oZG8

fast ero­tischs­ter Moment – Ylvis – The Cabin → https://www.youtube.com/watch?v=ua1FAlHt_Ys

Schönstes Objekt – Die hand­ge­trie­be­ne Kupferschüssel aus Cooking with Apples – The Victorian Way → https://www.youtube.com/watch?v=v9xvCuO33Ao

Das Ding will ich haben – Der Mixer aus „Will It Blend? Iphone X“ → https://www.youtube.com/watch?v=KWqw5SpITg8

Bestes Zusammenspiel – Jumpin Jive – Cab Calloway and the Nicholas Brothers → https://www.youtube.com/watch?v=_8yGGtVKrD8

buf­figs­ter Buffer – Wintergatan – Marble Machine → https://www.youtube.com/watch?v=IvUU8joBb1Q

Authentischster Dialekt/Akzent – Der Rasssismus Workshop → https://www.youtube.com/watch?v=tWpyfxxL6Lc

Hintergründigste Hintergrundmusik – Selling is Service → https://www.youtube.com/watch?v=LXmShIyjJvg

Avant Art 2018

Bereits zum drit­ten Mal war die GDG Teil des Avant Art Festivals der frei­en Thüringer Theaterszene. Zwei pro­fes­sio­nel­le und drei Amateur-Produktionen waren ein­ge­la­den, ihre Inszenierungen im art der stadt in Gotha zu zei­gen.

Ein gro­ßer Teil des Festivals fand im „Fundament“ statt, der gera­de ent­ste­hen­den Spielstätte des thea­ters der stadt. Damit bekam auch unser Basislager dort sein Zuhause, inklu­si­ve gemal­tem Wohnzimmer mit Kamin, fal­schem Tierfell und fla­ckern­dem LED-Feuer. Da der Raum Stück für Stück reno­viert wird, durf­ten das Publikum und wir alle unfer­ti­gen Wände direkt bema­len, beschrei­ben und bekle­ben. So wur­de auf die Frage „Was unter­schei­det Profis von Amateuren?“ ein­fach mit Edding auf dem Kalk geant­wor­tet und neue Themenvorschläge in der Sprechblase „Ich will über … reden“ ange­bracht. Außerdem ver­stärk­ten eine Tag-und-Nacht-Kaffee-Station sowie eine rege Kreidestift-auf-den-Toiletten-Diskussion das Basislager. Am Samstag luden wir zu einem Long Table unter der Frage „Was kann/muss ein Festival?“.

Beim Avant Art wer­den vor Ort ein Jury- und ein Publikumspreis ver­ge­ben. Nach der letz­ten Aufführung konn­te bei uns auf die Preisträger*innen gewet­tet wer­den. Unter dem weit­hin ver­nehm­ba­ren Ruf „Wetten, Wetten, Wetten! Fun, Fun, Pfand!“ wuchs die Bieramide der gesetz­ten Bierdosen (es lag übri­gens nur eine Person mit ihrer Prophezeiung rich­tig). Parallel baten wir die Festivalgemeinschaft nach neu­en Preiskategorien und ver­teil­ten schließ­lich wäh­rend der offi­zi­el­len Preisverleihung auf Grundlage des­sen fünf Auszeichnungen, dotiert mit jeweils 25 ct (ein Dosenpfand) an die ein­ge­la­de­nen Inszenierungen.

Beste Fitness: „Verwandlung“ (Greizer Theaterherbst)

Beste Tierdarstellung durch Menschen: „Hundegrenze“ (Studio 44 Nordhausen)

Klarste Farben: „Antrag abge­lehnt“ (thea­ter der stadt gotha)

Alle 30 Themen unse­rer Zeit mit drin: „Konsequenzen“ (Tanztheater Erfurt)

Schimpfwortfülle: „Alice in Runwayland“ (stell­werk Weimar)

Wir bedan­ken uns, auch in die­sem Jahr wie­der Teil des Avant Art Festivals gewe­sen sein zu dür­fen und bli­cken gespannt auf die wei­te­ren Entwicklungen der frei­en Thüringer Theaterszene.

Furore 2018 – Internationales Festival für junges Theater

Vom 18.–22. Juli war die Akademie für Darstellende Kunst in Ludwigsburg ein klei­nes Zentrum für Europäisches Theater: Über 60 Künstler*innen aus 10 ver­schie­de­nen Nationen zeig­ten ihre Produktionen, fei­er­ten und spra­chen mit­ein­an­der. Auch wir waren vier Tage lang dabei, haben uns unter die Festivalgemeinde gemischt, Gespräche initi­iert und Preise ver­lie­hen.

Unser Basislager erstreck­te sich über das gan­ze Festivalgelände zwi­schen ADK-Foyer und Innenhof. Das Publikum konn­te in den Gängen Eindrücke und Fragen zu den Inszenierungen tei­len oder auf den Toiletten Regeln für ein gutes Gespräch oder ein inter­na­tio­na­les Festival auf­stel­len. Auch als Übersetzer*in für die ver­schie­de­nen Sprachen des Programms konn­te sich mit­tels far­big mar­kier­ten Wäscheklammern regis­triert wer­den.

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An den Nachmittagen und Abenden luden wir zu for­ma­tier­ten Themengesprächen: Mit Picknickdecken und Obstkörben sprach­zier­ten wir in den nahe­ge­le­ge­nen Park, um uns über das Festivalthema „Widersprüchliche Identitäten“ aus­zu­tau­schen. Am Long Table wur­de mit Künstler*innen und Besucher*innen über Formen und Strategien der Inszenierung von Gender dis­ku­tiert. Und bis in die Nächte ver­sam­mel­ten wir uns um den LED-erleuchteten Thinking Pool, um den jewei­li­gen Festivaltag gemein­sam Revue pas­sie­ren zu las­sen.

Den Abschluss bil­de­ten die ers­te von uns auf Englisch gehal­te­ne Preisverleihung und eine Nacht vol­ler lan­ger, gelös­ter Gespräche über Theater, Europa, Arbeit und Politik und die Zusammenhänge, die wir fan­den.

 
Ein herz­li­cher und gol­de­ner Dank geht an das Furore-Team und alle Beteiligten!

Preisverleihung

Best solo action – Viktor Rabl with „Heimat von oben“

Best laug­hing – Frank the tech­ni­ci­an during the con­cert of Шапка

Most shiny teeth shi­ne – The Noodle Truck lady

Best sta­ge hog ena­b­le­ment – Alice Bogaerts, the direc­tor of “BURT

Best pri­ze cate­go­ry – Best moment, in which a con­fet­ti shoo­ter should have been shot, but wasn’t

Tired insi­de, back awa­ke – “The power of unknown cha­os”

Best rock bandШапка, for per­forming punk in the non-punk envi­ron­ment of the ADK foy­er

Best moment, in which a con­fet­ti shoo­ter should have been shot, but wasn’t – “InBetween”, for the moment in which the heart beats for the last time

Best non-happening – The fes­ti­val team for for­get­ting the date with the team of “Schöner Wird’s Nicht”

Courage to ugli­ness – “KRUM. The crea­ti­on of the world” for the ugly cha­rac­ters they brought on sta­ge

Best per­son with red shoes – Johann Diel from the fes­ti­val team

Best use of paper pie­ces – Lukas Schädler and hel­pers for inven­ting tit­les of upco­m­ing fes­ti­val edi­ti­ons

Best yoga pos­tu­reШапка for the “Kakerlake” as a part of their warm-up

Best orga­ni­sa­ti­on – The bar team for the unex­pec­ted Friday night out­door par­ty

Best moment of love – Marielle Layher in “Hasen-Blues. Stopp” for the … con­fes­si­on of love

Best musicWojciech Kondzielnik in “Awakening”

Best body ten­si­onFyodor Dostoyevsky and Sabina Machačová in “A Gentle Spirit”

Piece which I nee­ded a ciga­ret­te after – “Awakening”

Most plea­sant absence of direc­ting – The GDG for restrai­ning as faci­lia­tors during the long table gen­der talk

Best black-out – “InBetween” for the black-out during which the tech­ni­ci­an was seen and loo­ked like a ghost

Best grand­ma – Leon Singer for taking care of the team of “The Words of Others” (with joker)

Best ges­tu­re of embarr­ass­mentWojciech Kondzielnik in “Awakening” for try­ing not to attract atten­ti­on after acci­dent­al­ly hit­ting his gui­tar during the quiet moments after a naked and ecsta­tic group dance

Best could-have-been – The pre­sence of visi­tors from Ludwigsburg at this fes­ti­val

Best ani­mal sound – Anna Russell-Martin for her sheep sound during the cere­mo­ny

Most like­ab­le tech­ni­ci­an – Friedemann Klappert for being the most fri­end­ly Technical Manager around 

Best Moment of Love – Marielle Layher in „Hasen_Blues.Stopp“ for her unpre­ten­tious con­fes­si­on of love

GDG goes herr*krit – Reflexionen (auf) einer herrschaftskritischen Sommeruni

Was ist eigent­lich Kritik? Was ist Herrschaftskritik? Wie sieht es aus, wenn sich 500 jun­ge und jung­ge­blie­be­ne Menschen eine Woche unter die­sem Motto tref­fen, gemein­sam pro­duk­tiv sein und Herrschaftskitik fei­ern wol­len?

Auf jeden Fall viel­fäl­tig, auf jeden Fall bunt. Beim Versuch einer genaue­ren Beschreibung, ent­zieht sich herr*krit jedoch jedem label.

Natürlich gibt es Workshops, auch. Es gibt Crashkurse, auch. Und selbst­ver­ständ­lich gibt es Feiern. Aber ist herr*krit eine Workshopreihe: Nein. Ist herr*krit ein Festival, nicht ganz. herr*krit will mehr. herr*krit ver­sucht ein Raum zu sein, für eine Gruppe, die sich selbst sucht und immer wie­der fin­det.

 Ein kurz­wei­li­ges Utopia, zu des­sen Reflektion wir ein­ge­la­den wur­den. Für den Abschluss am Freitag kon­zi­pier­ten wir zahl­rei­che Formate, die viel­fäl­ti­ge Kommunikationen zwi­schen den Gästen und den Organisator*innen von herr*krit ermög­lich­ten, um so die diver­sen, im Laufe der Woche gesam­mel­ten Erfahrungen für zukünf­ti­ge Veranstaltungen nutz­bar wer­den zu las­sen – aus ihnen zu ler­nen. Wir bedan­ken uns bei allen Beteiligten für ein wirk­lich beein­dru­cken­des Erlebnis.

Internationales Figurentheaterfestival BLICKWECHSEL 2018 in Magdeburg

Eine Woche lang waren wir auf dem inter­na­tio­na­len Figurentheaterfestival Blickwechsel zu Gast. Wir haben Gespräche geführt, ange­stif­tet, auf­ge­schnappt und mit­ge­hört; haben Produktionen gese­hen, Ästhetiken, Formen und Inhalte dis­ku­tiert; haben über Strukturen, Arbeitsbedingungen, Hierarchien und Begriffe gestrit­ten. Vieles davon haben wir im Basislager, das das Foyer in Beschlag genom­men hat doku­men­tiert.

Wir haben unse­re Gespräche und Beobachtungen zu Thesen ver­dich­tet. Der Titel, unter dem das Diskursprogramm auf die­sem Festival stand, lau­te­te Aufbruch. Ein Aufbruch ist eine offe­ne Suche, ist die Provokation des Neuen, des Unbekannten, des Unabgeschlossenen. Und somit kann auch unser Beitrag nur das sein: Eine unab­ge­schlos­se­ne und nicht kohä­ren­te Sammlung; Eine Menge, die uns gegen­über­steht und uns angeht; ein Plädoyer, das auf­for­dert sich zu ihm zu ver­hal­ten.

Die nun fol­gen­de Liste greift Diskurse auf, die uns wäh­rend der Festivaltage beschäf­tigt haben. Eine Auswahl von 15 Thesen prä­sen­tier­ten wir als Impuls beim Double-Diskurs, der im Rahmen des Festivals statt­fand.

STTS 2018 – Runde drei!

Theaterschaffende Schüler*innen aus ganz Sachsen fei­er­ten Theater vom 6. bis 9. Juni unter dem Motto „Theater und Politik“ im Opernhaus Chemnitz. Drei Tage lang zeig­ten und dis­ku­tier­ten 119 Schüler*innen aus sechs Theatergruppen im Rahmen des Schülertheatertreffens 2018 ihre dies­jäh­ri­gen Produktionen, ihre Gedanken und Gefühle zur Zukunft unse­rer Gesellschaft. Und wir waren – inzwi­schen das drit­te Jahr in Folge – mit dabei.

Wir haben Nachgespräche für die ein­zel­nen Produktionen und ein poli­ti­sches Basislager ent­wor­fen, in denen und dem die Schüler*innen gleich­be­rech­tigt zu Wort kom­men konn­ten. Auf gro­ßen Tafeln wur­de über die Zukunft des Theaters debat­tiert, in einem über­di­men­sio­nal gro­ßen Buch “Ideen für eine bes­se­re Welt” gesam­melt.  So ent­stand ein ange­reg­ter Austausch, alle Facetten des Festival-Mottos betref­fend, über kon­kre­te Aufführungen, Theater und Politik im Allgemeinen und das Festival an sich.

Wir haben ein Speeddating ver­an­stal­tet und uns unter die Festivalbesucher*innen gemischt, haben viel Theater gese­hen und fast noch mehr über Theater gere­det.

Auf öffent­li­chen Planen und in gehei­men Briefen wur­den Aufführungen enga­giert dis­ku­tiert, bei einem Picknick ent­spannt über die Festivalerlebnisse geplau­dert. Am abend­li­chen Laberfeuer wur­de musi­ziert und auf der Terrasse impro­vi­siert.

Zu guter letzt ver­wan­del­te sich am Freitagabend das Basislager in ein hoch­en­er­ge­ti­sches Basslager. Es wur­de aus­gie­big getanzt – mit will­kom­me­ner Abkühlung in Form einer Eisverleihung.

Wir bedan­ken uns bei allen Gruppen sowie der Organisation für drei ein­drucks­vol­le, unter­halt­sa­me und bewe­gen­de Tage.

Danke dafür!

Conni

26. Schülertheatertreffen Sachsen-Anhalt

Vom 3. bis zum 6. Juni ver­an­stal­te­te das Landeszentrum Spiel & Theater Sachsen-Anhalt e.V. das dies­jäh­ri­ge Schülertheatertreffen am Theater Magdeburg und neben neun Schüler*innen-Gruppen durf­te sich auch die Geheime Dramaturgische Gesellschaft herz­lich will­kom­men füh­len vor Ort die Nachgesprächskultur zu beför­dern.

Zusammen mit Spielenden der gela­de­nen Inszenierungen kon­zi­pier­ten wir in einem Workshop vor­ab und im Verlauf des Festivals Nachgesprächsformate und ein Basislager und setz­ten die­se dann auf dem Festival um. Unterstützt wur­de wir dabei durch Luise Edom und Wiebke Zielosko, mit denen die Geheime Dramaturgische Gesellschaft schon mehr­mals in Thüringen arbei­te­ten.

Wir haben gemein­sam Briefkästen und Spiele gebas­telt, auf Scheiben dis­ku­tiert, Impulse gesetzt und Theater gefei­ert.

Es waren vier wunder- und ein­drucks­vol­le Tage von der Einreise in den „Staat des Triumphes durch Tatkraft“ bis zur Ausreise aus dem neu­ge­grün­de­ten Staat vol­ler groß­ar­ti­gem Theater, inter­es­san­ter (Nach-)Gespräche und vor allem mit einer herz­li­chen Atmosphäre.

Ein beson­de­rer Dank geht an die­ser Stelle an die Spielenden, mit denen ich zusam­men arbei­ten durf­te, und natür­lich an die Festivalorganisation.

So bleibt zum Schluss nur eins: Der Wunsch nach mehr.

Es war ein Fest!

Conni

Landesforum der Berliner Kinder- und Jugendtheater

Theaterschaffende der Kinder- und Jugendtheaterszene Berlins tra­fen sich am 24.05.2018 im Podewil um sich über ihre Arbeitsbedingungen und die dar­aus resul­tie­ren­den Forderungen an die Politik aus­zu­tau­schen. Dieses ers­te Landesforum bil­de­te den Startpunkt der Evaluation, die das Kinder- und Jugendtheaterzentrum der Bundesrepublik Deutschland im Auftrag des Berliner Senats durch­führt.

Wir waren gebe­ten den Auftakt der Evaluation zu beglei­ten und zu beob­ach­ten. Am Ende des dis­kus­si­ons­rei­chen Tages stell­ten wir aus unse­ren Beobachtungen ad hoc Thesen auf, wel­che Ihr nun hier nach­le­sen könnt:

1) Dass jetzt noch an Grundlagen gear­bei­tet wer­den muss, sorgt für Frustration. Bitterkeit ist unpro­duk­tiv und der Kampf lohnt sich.

2) Durch unter­schied­li­che Belastung gibt es unter­schied­li­che Vorabbeschäftigung mit den Thesen.

3) Wir soll­ten einen Weg fin­den ein soli­da­ri­sches Wir zu wer­den trotz unse­res Stolzes auf die diver­se Berliner Kinder- und Jugendtheaterlandschaft.

4) Kinder und Jugendliche sind das Kinder- und Jugendtheaterpublikum von mor­gen.

5) Niemand außer uns benutzt den Begriff „Erwachsenentheater“.

6) Nichts ist bes­ser als der Kreis.

7) 50 Minuten krat­zen an der Oberfläche.

8) Wer mit mehr Leuten da ist, hat mehr Einfluss.

9) Durch die Themen der Gesprächsrunden wur­den Theater mit ähn­li­chen Bedürfnissen zusam­men gebracht, aber ein inten­si­ve Vermischung ver­hin­dert.

10) Zwangstheaterbesuche für Kinder sind die belieb­tes­te Forderung des Positionspapiers 2017.

11) Hier wur­de ver­pfle­gungs­tech­nisch vor­ge­legt, was auch für Theater abre­chen­bar sein soll­te. Leckeres schafft Zusammenhalt.

12) Wo ist das Positionspapier des LAFT Berlin?

13) Die Durchführenden der Evaluation müs­sen nicht um Beteiligung wer­ben, weil sie Teil einer Lobbyarbeit aller ist.

14) Es braucht mehr Vernetzungstreffen.

 

Es war schön, Teil des gan­zen gewe­sen zu sein.

Anna und Willi