"Enter" drücken, um zum Inhalt weiterzugehen

Geheime Dramaturgische Gesellschaft Posts

Dokumentation der Jahreskonferenz der Dramaturgischen Gesellschaft

In der neu­en Ausgabe der Zeitschrift der Dramaturgischen Gesellschaft dra­ma­tur­gie ist unser Beitrag zur Konferenzdokumentation erschie­nen. Die kom­plet­te Ausgabe fin­det ihr hier (unser Beitrag beginnt auf Seite 15) und unse­ren Beitrag ein­zeln hier.

Während der Konferenz im Januar haben wir viel Material pro­du­ziert, von dem nur ein Teil in die­sen Beitrag ein­flie­ßen konn­te. Wir wol­len gern auch all das mit euch tei­len, was sonst nicht ver­öf­fent­licht würde:

How we speak about Theatre for Young Audiences?

Workshop mit Jonas Feller in Kapstadt beim 19. ASSITEJ World Congress Cradle of Creativity am 19. und 20. Mai 2017 im Rahmen des Focus Day Theatre as Education. 

Mit ca. 15 inter­na­tio­na­len Teilnehmenden wur­den an zwei Tagen Gesprächsformate, die ein Gespräch auf Augenhöhe zwi­schen allen Teilnehmenden ermög­li­chen, erprobt und bespro­chen. Nachdem der ers­te Tag vor allem dem gemein­sa­men Ausloten von Erfahrungen mit und Visionen von Gesprächen und dem Sprechen über das Sprechen gewid­met war, ging es am zwei­ten Tag nach dem gemein­sa­men Aufführungsbesuch um das prak­ti­sche Erproben ein­zel­ner Formate.

Es hat sich gezeigt, der Bedarf nach Gesprächen und Menschen, die die­se anlei­ten kön­nen und wol­len ist über­all vor­han­den. Der World Congress war da lei­der kei­ne Ausnahme. Denn außer den Gesprächen im Workshop (und natür­lich all den Privatgesprächen) ließ das Festivalprogramm Gespräche über Aufführungen vermissen.

Eine Erkenntnis die bereits beim Wildwechsel 2015 auf­kam: Festivals die Theater für Kinder und Jugendliche machen haben schein­bar Schwierigkeiten ihr Zielpublikum (Kinder und Jugendliche) und ihr zwei­tes Zielpublikum (Fachpublikum und Theaterschaffende) zusam­men und vor allem in Dialog zu brin­gen. Da ist auf jeden Fall noch Arbeit zu leis­ten und ich hof­fe, dass wir als GDG da einen Beitrag zusteu­ern können.

Talking about theat­re is a con­ti­nuous enga­ge­ment with per­for­man­ces and espe­ci­al­ly important for young audi­en­ces and their reflec­tion of art. But often tal­king about per­for­man­ces is a mode­ra­ted q&a with the artists tal­king about their work and only litt­le space for exchan­ge to speak about the expe­ri­en­ces of the audi­ence made during and after the show. Discussions about and post-processing of per­for­man­ces can be more than tal­king about inten­ti­ons, pur­po­ses and ide­as of the artists: they can be a space to issue the audi­en­ces expe­ri­en­ces and collec­tive refle­xi­on; they got poten­ti­al for an exchan­ge at eye level – bet­ween artists and audi­ence, bet­ween child­ren, youngs­ters and adults. Instead of speaking about sta­ging and pro­duc­tion con­cepts and dra­ma­tur­gies one can ask: What did you expe­ri­ence? What do you remem­ber? How do you feel now com­pa­red to how you felt befo­re the per­for­mance? When tal­king about indi­vi­du­al expe­ri­ence, ever­y­bo­dy is an expert (not only the artists, pro­fes­sio­nals and adults) – an expert for the own expe­ri­ence. This kind of talk is focu­sed on the exchan­ge of expe­ri­en­ces made.

The work­shop deals with methods, stra­te­gies and for­mats for crea­ting and mode­ra­ting non-hierarchical dis­cus­sions. It is about taking the audience’s expe­ri­en­ces serious­ly and to value the jud­ge­ments and opi­ni­ons of the others. Especially for tal­king with child­ren and youngs­ters such non-hierarchical space and being seen as equal dia­lo­gue part­ners is essential.

The work­shop will focus on methods which can be used for talks and post-processing with child­ren and youngs­ter. The for­mats have dif­fe­rent func­tions but all of them enab­le a low based ent­ry in dis­cus­sions which inclu­des ever­y­bo­dy and gives an oppor­tu­ni­ty for par­ti­ci­pa­ti­on to everybody.“

(Workshop-Abstract im Konferenzprogramm)

Das was man postet beschämt einen nicht.“

Im Rahmen des Handbuchs zu Vermittlungsformaten in der frei­en Szene (einem Projekt des Performing Arts Programm Berlin) haben wir die Nachgesprächsformate „Kartographie“ und das „Unbeschriebene Blatt“ (weiter-)entwickelt und erpro­ben die­se nun in meh­re­ren Testläufen bei Aufführungen in ver­schie­de­nen frei­en Spielstätten Berlins.

Das Handbuch wird Anfang 2018 erschei­nen und auch die von uns  ent­wi­ckel­ten und getes­te­ten Formate in Form einer Anleitung enthalten.

Im Mai 2017 haben wir an vier Tagen die bei­den Formate bei Aufführungen von zeit­ge­nös­si­schem Musiktheater, Objekttheater, Sprechtheater und Performance getestet.

Heute wol­len wir euch die „Kartographie“ ein wenig vorstellen.

Die Zuschauer_innen gehen nach Ende der Vorstellung zurück in den Aufführungsraum (Bühne & Publikumsbereich) und kar­to­gra­phie­ren ihn, indem sie Gedanken, Eindrücke und Fragen auf Post- Its schrei­ben und die­se in den Aufführungsraum kle­ben. Der archi­tek­to­ni­sche Raum wird ergänzt, indem Sinnliches und Gedankliches an ihn geknüpft wird. Die Zuschauenden erwei­tern dadurch den Aufführungsraum und ver­lei­hen ihm aus ihren sub­jek­ti­ven Perspektiven her­aus zusätz­li­che Bedeutungen. So ent­steht eine gemein­sa­me Kartographie der indi­vi­du­el­len Aufführungserlebnisse.

Die „Kartographie“ hat sich unter ande­rem fol­gen­de Ziele gesetzt:

  • Suspension von Hierarchien zwi­schen Künstler_innen und Zuschauer_innen
  • Fokussierung der Gemeinschaft, wel­che gemein­sam die Aufführung her­vor­ge­bracht und erlebt hat
  • Perspektivwechsel
  • Meinungsäußerung ohne zu spre­chen erlaubt es auch Dinge zu äußern / auf­zu­schrei­ben die man sich nicht trau­en wür­de zu sagen
  • Verhinderung eines Künstler_innengesprächs, in wel­chem sich die bei­den Parteien – Künstler_innen und Zuschauer_innen – kon­fron­ta­tiv gegenübersitzen

Hier ein paar Impressionen von den Testläufen der „Kartographie“

 

   

 

 

STTS 2017 – Auf ein Neues!

Vom 14. – 16. Juni 2017 waren wir zum zwei­ten Jahr in Folge auf den Schultheatertagen Sachsen, die die­ses Jahr in Bautzen statt­fan­den und unter dem Motto „Über Theater reden“ stan­den. Dort haben wir alte Bekannte getrof­fen, aber vor allem vie­le neue, jun­ge Gesichter ken­nen­ge­lernt und mit ihnen über Theater gere­det. Im und am wun­der­schö­nen Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen haben wir dazu unser Basislager aufgestellt.

Nachdem wir am Mittwoch von den inter­ga­lak­ti­schen Moderatorinnen Anna, Nathalie und und dem inter­ga­lak­ti­schen Moderator Karl und den öffent­li­chen VertreterInnen will­kom­men gehei­ßen wur­den, begrüß­ten wir am Dienstag die fünf Spielgruppen aus Dresden, Niesky, Hoyerswerda, Zwickau, Limbach-Oberfrohna, sowie einer Gastspielgruppe eben­falls aus Dresden mit einem Speeddating.

An die­sem und den fol­gen­den Tagen haben wir sechs wun­der­vol­le, sehr ver­schie­de­ne Schulheaterinszenierungen gese­hen. Und bei so viel Input darf ein gutes Nachgespräch natür­lich nicht feh­len. In Symbolgruppen konn­ten die Schülerinnen und Schülern und auch die Lehrerinnen und Lehrern mal mehr, mal weni­ger mode­riert über das Erlebte reden, strei­ten und dis­ku­tie­ren. Die Ergebnisse der Nachgespräche wur­den im Basislager aus­ge­stellt und dien­ten somit der wei­ter­füh­ren­den Disskusion.

Auch erhiel­ten die Schülerinnen und Schüler am Donnerstag die Möglichkeit ver­schie­de­ne for­schen­den Workshops zu besu­chen und prä­sen­tier­ten ihre kunst­vol­len Ergebnisse auf dem Theatervorplatz.

Abschließend sorg­te das Basslager mit unse­ren bei­den lei­den­schaft­li­chen Djs Rafael und Saskia Am Freitag im Anschluss an die hoch­en­er­ge­tisch insze­nier­te Abschlussveranstaltung für eine mehr als gelun­ge­ne und dem Festival ange­mes­se­ne Abschlussparty.

Wir hat­ten in Bautzen viel Spaß, haben viel gelacht, viel ent­deckt und viel erfah­ren, und uns dabei sehr wohl gefühlt – Auf ein Neues.

Fachtag Publikumsgenerierung und Vermittlung

Was braucht Kulturvermittlung? Produktionsbedingungen für Vermittlungstätigkeiten in der frei­en Szene“

Die Geheime Dramaturgische Gesellschaft war ein­ge­la­den einen Impulsvortrag über Ihre Arbeit auf dem Fachtag des Performing Arts Programms Berlin zu hal­ten  und mit an einem Tischgespräch mit dem Fachpublikum ins Gespräch zu kommen.