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Autor: Saskia

SDL 2019 – Ein Auftakt

Am Sonntag den 22.09. gestal­ten wir auf dem SDL um 15:30 die Openair‐Eröffnung. Wir wol­len dafür ein Stück insze­nie­ren. Alle gemein­sam, drau­ßen und unge­probt. Wir wol­len uns den Raum des Festivals erschlie­ßen. Wir wol­len zu einer Gemeinschaft wer­den. Einer Gemeinschaft mit Kopfhörern.

Daher bit­ten wir alle Teilnehmenden des Festivals sich im Vorfeld fol­gen­de Datei auf ein mobi­les Audioabspielgerät (also ein Handy oder ein MP3‐Player) zu laden:

Auftakt‐SDL19 MP3 (Es han­delt sich um eine ZIP‐Datei wel­che vor Verwendung noch ent­packt wer­den muss)

Wir freu­en uns auf eine fan­tas­ti­sche Woche mit guten Gesprächen, einem dis­kur­si­ven Basislager und einer kol­lek­ti­ven Auftaktchoreografie.

Credits:

Stimmen: Kira Tschernjak, Fabius Walldorf, Florian Schade, Helene Haase, Johanna Engel, Noah Kolberg
Musik: The Fisherman -Don’t be afraid of the ghosts
Pipe Choir Records – Stand Up
Elexive – Tonic and Energy
via Soundcloud
Schnitt: Saskia Scheffel


Volkstheaterfestival Karlsruhe

Vom 19.–21. Juli war Tobias als Vertreter der GDG am Staatstheater Karlsruhe zu Gast. Das soge­nann­te „Volkstheater“ ist dort seit eini­gen Jahren eine eige­ne Sparte für Theater mit nicht‐professionellen Darsteller*innen. An die­sem Wochenende wur­den beim jähr­li­chen „Volkstheaterfestival“ die neu­en Arbeiten von ins­ge­samt acht Theaterlaboren gezeigt. Wir gestal­te­ten die Nachgespräche zwi­schen Publikum und Produktionsteams.

So divers wie die Gruppen, so ver­schie­den waren auch die Gespräche: Bei man­chen stand kon­struk­ti­ves Feedback im Vordergrund, bei ande­ren das Formulieren offe­ner Fragen. In eini­gen ging es um die indi­vi­du­el­le Seherfahrung, in wie­der ande­ren um die Begegnung zwi­schen Menschen ver­schie­de­ner Altersstufen.  Über vie­len Gesprächen stand dar­um die Frage, wie ein gleich­be­rech­tig­ter Austausch zwi­schen allen Teilnehmenden einer Aufführung aus­se­hen kann. Alle waren stark besucht und mit dem letz­ten Wort nicht zu Ende.

Teilnehmende beim Format Rücksitz

Am Sonntag zog die Festivalgemeinde in die Stadt, wo in einem zwi­schen­ge­nutz­ten Raum die letz­te Aufführung statt­fand. An ein offe­nes Stückende schlos­sen wir die „Kartographie“ an:  Alle Teilnehmenden waren ein­ge­la­den, den Raum mit Fragen, Gedanken und Anmerkungen zu mar­kie­ren und an den jewei­li­gen Orten ins Gespräch zu kom­men. Drinnen war es noch hei­ßer als drau­ßen. Es gab Pizza für die Spielenden. Und was von dort an Gesprächsanfängen mit­ge­nom­men wur­de, wis­sen die Post‐Its, die geblie­ben sind.

© Sarah Swantje Fischer
© Sarah Swantje Fischer

Eine gesprächsanstiftende Kneipentour

Bevor wir die ers­te Kneipe betre­ten, ver­su­che ich auf jede unse­rer gestem­pel­ten Fragen eine Antwort zu fin­den und goog­le nach Definitionen. Aber jetzt erst­mal drü­ber reden. Was ist Terror? Freiheit oder Sicherheit? Was hat das mit Theater zu tun? Mein ers­tes Gespräch zu die­sen Fragen ist sehr kurz. Die Gruppe ist schon im Gehen. Schwere Fragen. Alles ist Terror. Freiheit und Sicherheit. Theater wre­de+ kenn ich nicht, klingt aber gut.

Die Kneipe ist voll und laut. Es läuft Fußball. Das nächs­te Gespräch über Terror füh­re ich mit Vincent. Gehst du noch ins Stadion? Nein, aber das liegt nicht am Terror. Aber ich geh noch zu Großevents oder Weihnachtsmärkten oder so. Ohne Angst und wenn doch mal Angst dann aus Trotz erst recht. Bremen hat ein Tor geschos­sen oder nein doch nicht. Von mei­nem Platz kann ich die Leinwand nicht sehen, nur die Gesichter der Menge. Fußball schlägt Bierdeckel.

Gespräch mit dem Nebentisch. Es geht sehr viel um Gender und zumin­dest kurz um die Frage, war­um man ins Theater gehen soll, wenn man doch Netflix hat.

Zeit für einen Kneipenwechsel. Am Fenstertisch wird hit­zig über einen Deckel dis­ku­tiert. Ich kann die die Frage nicht erken­nen.

Nächste Kneipe. Ich ver­tei­le die Bierdeckel an den Tischen. Coole Aktion… Oh inter­es­sant, vom wre­de+ kommt ihr? … Spannend, da war doch heu­te auch so ne Demo. Gegen Erdogan. Das ist Terror. Also was der macht, mein ich … Ah habt ihr auch einen Stift? Klar haben wir einen Stift. An eini­gen Tischen dreht sich das Gespräch um die Bierdeckel, an ande­ren Tischen wer­den sie direkt aus­ge­füllt.

Wer wird Terrorist*in? Vielleicht ja ich. So beginnt das längs­te Gespräch mei­nes Abends. Für was wür­dest du kämp­fen? Beziehungsweise gegen wen kämpft man eigent­lich? Es geht um Protestformen, um Machtverhältnisse und die Suche nach der Wurzel alles Übels. Was heißt Freiheit? Was heißt Sicherheit? Und was hat Maslows Bedürfnispyramide damit zu tun? Die heu­ti­ge Darstellung der DDR, die welt­ver­än­dern­de Kraft von Theater und Globalisierung. Die Themen sind viel­fäl­tig und wech­seln schnell, doch die Frage nach Terror steht immer im Raum und ich fin­de im Gespräch neben­bei auch mei­ne eige­ne Terrordefinition.