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Kategorie: Festivalbeobachtung

Jugendjury beim „Treff: Junges Theater in Thüringen“

Für den „Treff: Junges Theater in Thüringen“ wird eine Jugendjury aus Menschen zwi­schen 16 und 27 gesucht, die sich aktiv in die Thüringer Theaterszene ein­brin­gen (zum Beispiel als Spieler*innen, FSJler*innen, lei­den­schaft­li­che Zuschauer*innen), jedoch noch nicht auf dem Weg zur Professionalisierung, bspw. durch ein Studium in der Richtung, sind. Diese suchen gemein­sam mit einer Jury aus beruf­lich Theaterschafenden die Produktionen für den 24. Treff aus. Außerdem gestal­ten sie gemein­sam mit Saskia und Vincent von der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft die Nachgespräche auf dem Festival und sie kön­nen so Impulse für den Treff und die Gespräche mit­ein­an­der set­zen.

Zur Vorbereitung der Jugend‐Jury gibt es einen Workshop mit der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft (GDG) zum Thema Festivalbegleitung und Gesprächsformate. Der Workshop fin­det am 06. – 07.04.2019 in Erfurt statt. Dabei steht auch ein gemein­sa­mer Theaterbesuch auf dem Programm. Der Workshop ist für 10 Jugendliche aus den ver­schie­de­nen Thüringer Theatern offen, fünf von ihnen wer­den dann die Jugend‐Jury bil­den.

Auf Theaterfestivals ist der GDG immer wie­der auf­ge­fal­len, dass man haupt­säch­lich mit Leuten redet, die man schon kennt und das die span­nends­ten Gespräche mit “Neuen” in der Schlange vorm Essen oder zufäl­lig an der Bar ent­ste­hen. In den “offi­zi­el­len” Gesprächen reden oft immer die­sel­ben und zu einem pro­duk­ti­ven, wert­schät­zen­dem und kri­ti­schen Austausch, der für alle berei­chernd ist, kommt es sel­ten. Wie kann man das ändern? Und was kann eine Jugend‐Jury dazu bei­tra­gen? Gemeinsam mit Saskia Scheffel und Vincent Kresse von der GDG wer­den Strategien gesucht, um posi­tiv auf Festivals ein­zu­wir­ken, Gesprächsformate aus­pro­biert und Sehgewohnheiten hin­ter­fragt.

Wer Lust hat Teil des Workshops und der Jugendjury zu sein mel­de sich bis zum 25.März in der Geschäftsstelle der LAG Spiel+Theater Thüringen bei Uta Homberg unter spiel-und-theater@lag-thueringen.de.

Weitere Termine:

1.5. – 15.06.2019: Sichtung der Bewerbungsvideos

Zeitraum: 24. – 28.06.2019: ein­tä­gi­ge Jury‐Sitzung, Erfurt

17. – 20.10.2019 Teilnahme am Festival

Landesforum der Berliner Kinder‐ und Jugendtheater

Theaterschaffende der Kinder‐ und Jugendtheaterszene Berlins tra­fen sich am 24.05.2018 im Podewil um sich über ihre Arbeitsbedingungen und die dar­aus resul­tie­ren­den Forderungen an die Politik aus­zu­tau­schen. Dieses ers­te Landesforum bil­de­te den Startpunkt der Evaluation, die das Kinder‐ und Jugendtheaterzentrum der Bundesrepublik Deutschland im Auftrag des Berliner Senats durch­führt.

Wir waren gebe­ten den Auftakt der Evaluation zu beglei­ten und zu beob­ach­ten. Am Ende des dis­kus­si­ons­rei­chen Tages stell­ten wir aus unse­ren Beobachtungen ad hoc Thesen auf, wel­che Ihr nun hier nach­le­sen könnt:

1) Dass jetzt noch an Grundlagen gear­bei­tet wer­den muss, sorgt für Frustration. Bitterkeit ist unpro­duk­tiv und der Kampf lohnt sich.

2) Durch unter­schied­li­che Belastung gibt es unter­schied­li­che Vorabbeschäftigung mit den Thesen.

3) Wir soll­ten einen Weg fin­den ein soli­da­ri­sches Wir zu wer­den trotz unse­res Stolzes auf die diver­se Berliner Kinder‐ und Jugendtheaterlandschaft.

4) Kinder und Jugendliche sind das Kinder‐ und Jugendtheaterpublikum von mor­gen.

5) Niemand außer uns benutzt den Begriff „Erwachsenentheater“.

6) Nichts ist bes­ser als der Kreis.

7) 50 Minuten krat­zen an der Oberfläche.

8) Wer mit mehr Leuten da ist, hat mehr Einfluss.

9) Durch die Themen der Gesprächsrunden wur­den Theater mit ähn­li­chen Bedürfnissen zusam­men gebracht, aber ein inten­si­ve Vermischung ver­hin­dert.

10) Zwangstheaterbesuche für Kinder sind die belieb­tes­te Forderung des Positionspapiers 2017.

11) Hier wur­de ver­pfle­gungs­tech­nisch vor­ge­legt, was auch für Theater abre­chen­bar sein soll­te. Leckeres schafft Zusammenhalt.

12) Wo ist das Positionspapier des LAFT Berlin?

13) Die Durchführenden der Evaluation müs­sen nicht um Beteiligung wer­ben, weil sie Teil einer Lobbyarbeit aller ist.

14) Es braucht mehr Vernetzungstreffen.

 

Es war schön, Teil des gan­zen gewe­sen zu sein.

Anna und Willi

Mit der GDG zur Club Convention

Die Club Convention ist das neue Festival der Theaterspielclubs am Schauspiel Leipzig:
Vom 26. bis 29.4.2018 stür­men SpielerInnen im Alter von 14 bis 87 Jahren das Haus und all sei­ne Bühnen. An die­sen Tagen rah­men wir die vier Neuinszenierungen der Clubs mit einem Programm aus Podiumsdiskussionen, Nachgesprächen und einem Barcamp zu aktu­el­len Themen der Theaterpädagogik.

CLUB CONVENTIONSTIPENDIATINNENPROGRAMM
Du stu­dierst Theaterpädagogik, Darstellendes Spiel oder ein ver­wand­tes Fach oder bist Berufs­anfängerIn in die­sem Bereich und hast Lust, an der Club Convention vom 26. bis 29.4.2018 in Leipzig teil­zu­neh­men? Die Theaterwissenschaft ist dein Steckenpferd, aber du willst gern mehr über thea­ter­päd­ago­gi­sche Methoden erfah­ren? Du bist schon im ers­ten Job, hast aber Lust auf neu­en Input?Das StipendiatInnenprogramm der Club Convention hat zum Ziel, Studierenden und Berufs­anfängerInnen der Theaterpädagogik, des Darstellenden Spiels und ver­wand­ter Fächer die Teilnahme am Festival und den Austausch über aktu­el­le Themen der theaterpäda­gogischen Praxis zu ermög­li­chen. Darüber hin­aus wer­det ihr gemein­sam mit Mitgliedern der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft das Feedbackbüro der Club Convention betrei­ben und AnstifterInnen für Gespräche und Diskussionen mit und unter den Festivalteilnehmenden sein. Unter Anleitung der GDG lernt ihr vor­ab in einem Workshop am 25.4. ver­schie­de­ne Nachgesprächs‐ und Feedbackmethoden — inte­gra­ler Bestandteil der thea­ter­päd­ago­gi­schen Arbeit — ken­nen und wer­det fit gemacht für den Einsatz am Publikum! Im Stipendium inbe­grif­fen: Festivalticket für alle Produktionen der Club Convention, Workshop und Festivalbegleitung mit der GDG, Teilnahme an allen Veranstaltungen des Rahmenprogramms, Unterkunft, Reisekosten.

Bewerbung: bis 1.4.2018 mit CV und einem kur­zen Motivationsschreiben zur Frage „Wie wol­len wir über Theater reden?“ per E‐Mail an clubconvention@schauspiel-leipzig.de.

Das Programm als PDF

Die Ausschreibung als PDF

30 Filme in 30 Stunden Festival

Zum ers­ten Mal war die GDG mit der Einladung zur Festivalbeobachtung der 40. Filmtage baye­ri­scher Schulen (12.–15.10.2017, Gerbrunn) auf einem Filmfestival aktiv. Als Externe durf­te ich das Festival beglei­ten und einen Blick auf die Gesprächskultur wer­fen. In den drei­ßig Stunden in denen ich da war habe ich 30 Kurzfilme gese­hen und bespro­chen. Die Vielfalt war immens. Die Filme dau­er­ten von 90 Sekunden bis 30 Minuten. Es waren 1 – 400 Personen betei­ligt, pro­du­ziert waren sie von Grund‐, Haupt‐, Förder‐, Real‐, Gymnasial‐ oder Berufsschüler*innen in mehr oder weni­ger enger Betreuung durch zumeist aus­ge­bil­de­te Filmlehrer*innen. Das waren Spielfilme, Animationsfilme, Werbefilme, Legetrickfilme, Sciencefiction und Dokumentarfilme. Die basier­ten auf Ideen von Schüler*innen, der unmit­tel­ba­ren Lebenswirklichkeit, Unterrichtsinhalten, der Ausrichtung des Förderantrags oder einem lang geheg­ten Traum.

Die Begeisterung fürs Filmemachen war von den rou­ti­nier­ten Urgesteinen, die die­ses Festival seit 40 Jahren beglei­ten, genau­so zu spü­ren wir bei den jun­gen, auf­stre­ben­den Crews.

Der Raum für Gespräche ist ein­ge­tak­tet in ein vol­les Programm: Die „Besprechungen“ fin­den jeweils im Anschluss an die Blöcke des aus 34 Filmen bestehen­den „Hauptprogramms“ statt. Ein span­nen­des Festival, in das sich die GDG sehr ger­ne ein­klin­ken wür­de!

Im nächs­ten Schritt ist die GDG ein­ge­la­den, beim Auswertungs‐ und Planungstreffen am 11. Dezember 2017 in der Fortbildungsakademie für Lehrer*innen in Dillingen dabei zu sein. Das lässt und hof­fen im nächs­ten Jahr an den 41. Filmtagen bay­ri­scher Schulen in Holzkirchen mit­wir­ken zu kön­nen.
Hier ein Ausschnitt aus der Festivalbeobachtung, die ich für das Festival geschrie­ben habe:

Abspann – ein Toast
Auf die Kraft der Pause und der Überforderung!
Auf akti­vie­ren­de Gesprächsformate!
Auf Gedankenanstöße!
Auf die Unabgeschlossenheit von Diskussionen!
Auf offe­ne Fragen!
auf die Streitkultur und die Kritikfähigkeit!
Auf den Mut zum infor­mel­len Gespräch!
Auf (sebst)bewusste Filmrezipient*innen!
Auf weib­li­che und jugend­li­che Vorbilder im Film!
Auf Schwimmbäder in Schulen und Festivalorten!
Auf die Transparenz!
Auf die Vielfalt der Filme an Schulen und die Menschen hin­ter die­sen!
Auf unse­re Zusammenarbeit und den fort­ge­setz­ten Diskurs!
Auf das Sprechen über Gespräche!
Auf die jah­re­lan­ge Erfahrung, die Lust an der Veränderung und auf 40 wei­te­re Jahre Filmtage an bay­ri­schen Schulen!