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Geheime Dramaturgische Gesellschaft Posts

Von seriösen Besprechungen zum Online-Laberfeuer – Ein Klausurwochenende im Homeoffice

Einblicke in die Großklausur der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft 2020

Das Jahr neigt sich dem Ende und das bedeu­tet für uns: Großklausur! Stets in einem der bei­den letz­ten Monate eines Jahres tref­fen sich alle 15 Mitglieder der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft unter einem Dach. In der Mitte Deutschlands sit­zen wir an lan­gen Tafeln zusam­men,
schrei­ben und pin­nen an bun­te Stellwände, erpro­ben unse­re eige­nen Formate und erfreu­en uns zwi­schen­durch an gemein­sa­mem Essen und Four Corners. Was in den letz­ten Jahren in Gotha und Weimar statt­ge­fun­den hat, haben wir am 21.+22. November 2020 an 15 ver­schie­de­nen Orten in Deutschland ver­teilt und doch zusam­men durch­ge­führt. Eine Jahresklausur im Homeoffice.

Fünf Dinge – Der Podcast der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft. Folge 3: Unter vielen – Wie als Gruppe arbeiten?

In der 3. Folge des Theaterpodcasts der GDG spre­chen David und Anna mit Ketie von der Stuhlkreisrevolte – Kollektiv für eman­zi­pa­to­ri­sche Bildung und Prozessbegleitung. Gemeinsam gehen sie den Schwierigkeiten und Genüssen des Arbeitens in Gruppen auf den Grund.

Dabei berich­ten sie von ihren Erfahrungen in der poli­ti­schen Bildungsarbeit und künst­le­ri­schen Gruppenprozessen, stel­len Strategien und Methoden vor und phi­lo­so­phie­ren über Kapitalismuskritik und Pommes.

Fünf Dinge – Der Podcast der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft. Folge 2: Herrschaftskritik durch Formatgestaltung

Herrschaftskritik? Ein gro­ßes Wort, aber was heißt das eigent­lich? Und wie kann das aus­se­hen? In der zwei­ten Folge unse­res Podcasts „5 Dinge“ spre­chen wir mit Verena Häseler (herr*krit), Emilia de Fries & Anabel Hogefeld (Initiative für Solidarität am Theater) über Gesprächs‑, Begegnungs- und Austauschformate, mit denen sich Herrschaftskritik nicht nur den­ken und dis­ku­tie­ren, son­dern vor allem prak­tisch gestal­ten lässt.

Die Woche für nicht-infektiöse Begegnungsformate

Ein Erfahrungsbericht von Laura Kallenbach

Ich ver­mis­se Theater. Ich ver­mis­se die gemein­sa­me Raumerfahrung, die unru­hi­ge, erwar­tungs­vol­le Spannung bevor es los geht, bekann­te Gesichter zu tref­fen und allei­ne in der Zuschauer*innengruppe unter­zu­ge­hen, wenn das Licht schumm­ri­ger wird. Ich ver­mis­se Staubpartikel im Scheinwerferlicht, Sätze, die auf der Bühne und in mei­nem Kopf nach­hal­len, Körper, die vor mir, neben mir, hin­ter mir aktiv sind, atmen, reagie­ren, zuhö­ren, arbei­ten. Ich ver­mis­se schö­ne Menschen, die an der Bar im Foyer ste­hen und im Nachgespräch schlaue Sachen sagen und wich­ti­ge Fragen stel­len. Ich ver­mis­se Auseinandersetzung, mit mir, mit ande­ren.

Desperate Housewatch zum Sonntagstatort – Schneller als alle Bullen zusammen

Es ist Sonntagabend, 20.15 Uhr, Tatort-Zeit. Heute aus Frankfurt. Wir haben einen digi­ta­len Livechat ein­ge­rich­tet. Und ab 20.15 Uhr scheint mein Handy zu explo­die­ren. Über 90 Minuten lang (mit Vor- und Nachgeplänkel) bom­bar­diert unser digi­ta­les Kommissariat mein Handydisplay, beschul­digt Verdächtige, kon­stru­iert Tatmotive und pro­phe­zeit die absur­des­ten, aber wohl nicht unwahr­schein­lichs­ten Falllösungen. Ein Wort gibt das Andere, im Bruchteil von Sekunden ermit­teln wir über Umfragen Täterprofile (War ers? – Runde 1 ‑3), fach­sim­peln über Rechtsphilosophie ( Sind wir die Guten (55%) oder die Bösen (45%)?) und ergrün­den unser Straftatenpotential (nie mehr durch­schla­fen (83%) oder einen Mord bege­hen (17%)?).

Im Sekundentakt wer­den unse­re wohn­zim­me­ri­gen Einsatzstellen prä­sen­tiert, sich zuge­pros­tet, Kulissen ana­ly­siert und Dialoge wei­ter gespon­nen. Ich bin so damit beschäf­tigt dem Chat zu fol­gen, dass mich die Kommissare in Frankfurt schon längst ver­lo­ren haben. Ist auch nicht schlimm, im Chat erfah­re ich ja eh alles was pas­siert, und hier ist die Stimmung deut­lich bes­ser als bei den Kolleg*innen am Main. Offensichtlich gehört es zum all­ge­mei­nen Krimivergnügen, den Ermittlungen wie bei einem Sportevent ordent­lich zuzu­ju­beln oder sich zu empö­ren. War mir gar nicht so klar, wie vie­le Emotionen ich da bis jetzt immer so still­schwei­gend durch­lebt habe.

Um 22 Uhr bin ich auf­ge­dreht wie sel­ten nach mei­nem übli­chen Sonntagsritual. War das jetzt eigent­lich Schwarmintelligenz? Oder eher Rinderwahnsinn? Und wer war noch­mal der Mörder?

Nicht-infektiöse Rückmeldungen

Du hast an nicht-infektiösen Begegnungsformaten teil­ge­nom­men? Dann inter­es­siert uns, wie du die letz­te Woche und die ein­zel­nen Formate erlebt hast. Du hast nie teil­ge­nom­men? Dann wür­de uns inter­es­sie­ren wor­an das lag und wel­che Schwellen wir abbau­en kön­nen.

Rückmeldungen ger­ne an fragen@geheimedramaturgischegesellschaft. de, per Telegram an 01636608357 oder zum öffent­li­chen Diskutieren als Kommentar unter die­sen Beitrag.

Auf Spuren von „[un]limited traces“

Im Anschluss an die Online-Premiere von „[un]limited traces“ von System Rhizoma luden wir das Publikum und das künst­le­ri­sche Team ein, das Aufführungserlebnis in einem Telefongespräch mit einer (noch) unbe­kann­ten Person spa­zie­rend nach­wir­ken zu las­sen.

Ausgehend von der Live-Cam Performance, der dar­in ein­ge­bet­te­ten Videopremiere und unse­ren Inspirationsfragen sind Spaziergangspärchen mit größt­mög­li­chen kör­per­li­chen Abstand in leb­haf­ten inhaltlich-ästhetischen Austausch durch ganz Deutschland gewan­delt. Köln, Braunschweig, Berlin, Hamburg, Weimar und vie­le Städte mehr ver­ban­den sich zu einem inten­si­ven Gesprächsnetz über die soeben gese­hen Aufführung.

1. Digitale Preisverleihung der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft

Freitag Abend zur Prime-Time adap­tier­ten wir unser Format „Die Preisverleihung“ zum ers­ten mal für den digi­ta­len Raum. Anlass war uns die Fülle und Vielfalt an Selbstinszeniergungsstrategien der Theaterlandschaft, die die Corona-Krise her­vor­bringt.

Die Preisverleihung wur­de erfun­den, um offen und ehr­lich über Aufführungen auf Festivals zu spre­chen – um Abseitiges ins Rampenlicht zu rücken und das hier­ar­chi­sche Prinzip von Preisverleihungen ad absur­dum zu füh­ren. Wir reden in die­sem Showformat rein sub­jek­tiv und neh­men uns das Recht dazu aus der gemein­sa­men Zeit, die wir mit den Spielenden auf einem Festival ver­brin­gen. So wie sie sich auf der Bühne expo­nie­ren, machen auch wir uns angreif­bar. In Zeiten von Corona gibt es die­se Gemeinschaft nicht. Die Spielenden, über deren Videos wir rede­ten, waren (in den meis­ten Fällen) nicht in unse­rem digi­ta­len Raum. Aber: Wir sind zumin­dest die Zielgruppe ihrer Selbstinszenierungen. Zumindest glau­ben wir das. Wir haben so offen und ehr­lich mit­ein­an­der gere­det, wie wir es auch in einer WG-Küche getan hät­ten – aber wir waren uns auch bewusst, dass die aktu­el­le Situation für vie­le Kunstschaffende eine exis­ten­ti­el­le Notlage ist.

Fünf Dinge – Der Theaterpodcast der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft. Folge 1: Sinn & Unsinn von digitalen Theaterangeboten

Wir prä­sen­tie­ren unse­ren haus­ei­ge­nen Podcast der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft: „Fünf Dinge“. In jeder Episode tau­schen wir uns mit einem Gast über Kunstvermittlung, Beteiligung und Gesprächsgestaltung aus. In unse­rem Auftakt spre­chen Josephine Hock und David Vogel mit Malte Andritter vom Jungen Volkstheater Wien über „Sinn & Unsinn von digi­ta­len Theaterangeboten“. Wir freu­en uns über Eure Reaktionen.

Die Abkotz-Schwelle – Ein Tag am Anonymen-Abkotz-Telefon

Es ist 23:50, als ich den letz­ten Anruf ent­ge­gen neh­me. Wir spre­chen 30 Minuten mit­ein­an­der. Insgesamt neh­me ich 10 Anrufe ent­ge­gen und spre­che mit 9 Menschen (ein­mal ist nur Stille am ande­ren Ende der Leitung). Der kür­zes­te Anruf dau­ert 47 Sekunden, der längs­te 50 Minuten. Der Durchschnitt liegt bei cir­ca 20 Minuten Gesprächszeit.