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Geheime Dramaturgische Gesellschaft Posts

Augenblick mal! – Wir sehen uns

Fünf von uns waren auf dem Augenblick Mal! Festival 2019. In der Woche vom 7.5. bis zum 12.5. gab es viel zu sehen und zu tun. Die Formate aus dem Handbuch „Zwischen Publikum und Bühne. Vermittlungsformate für die frei­en dar­stel­len­den Künstedes Performing Arts Programm Berlin wur­den in der Nachgesprächsreihe „Face it“ prä­sen­tiert.  Anna, David und Jonas haben unse­ren Beitrag zu die­sem Handbuch – die Formate „unbe­schrie­be­nes Blatt“, „Kartographie“ und „mobi­ler Nach(t)spaziergang“ – ange­lei­tet.

Auch Petra und Willi misch­ten in der Vermittlung des Augenblick Mal! mit. Mit Bierdeckelfragen, Freigetränken, Memory-Partner*innen und ande­ren Impulsen gestal­te­ten sie ein Get‐Together zu Festivalbeginn. Am Samstagabend, führ­ten sie unser ers­tes Barcamp durch. Hier wur­de ein Raum geschaf­fen, alle auf dem Festival auf­ge­sto­ße­nen Themen und Fragen gen Ende des Festivals noch ein­mal auf­zu­grei­fen und zu dis­ku­tie­ren.

Besonders an Augenblick Mal! war für uns, dass wir durch die ver­schie­de­nen Aufgabenbereiche, mit denen wir auf dem Festival prä­sent waren, die beson­de­re die Chance hat­ten, uns unbe­tei­ligt gegen­sei­tig zu beob­ach­ten – Quasi eine Strukturbeobachtung der Strukturbeobachtung vor­zu­neh­men. Wir haben gro­ße Lust die ver­wen­de­ten Formate gemein­sam wei­ter zu ent­wi­ckeln. Gerne auch auf und mit dem Augenblick Mal!

Finde deine*n Partner*in!
Barcamp

»Club Convention« am Schauspiel Leipzig 2019

Vom 22.–26. Mai waren Willi und Tobias bei der »Club Convention« am Schauspiel Leipzig im Einsatz: Das Festival ver­sam­melt die neu­en Produktionen der vier Spielclubs und soll zudem den Austausch der Gruppen unter­ein­an­der ermög­li­chen. Für vier Tage gehö­ren die Bühnen und Foyers des Schauspielhauses den nicht‐professionellen Spieler*innen zwi­schen 14–89 Jahren.

Gemeinsam mit einer von uns ange­lei­te­ten Gruppe von thea­ter­päd­ago­gi­schen Stipendiat*innen aus Erlangen, Hannover, Hildesheim, Merseburg und Hamburg war die Geheime Dramaturgische Gesellschaft bereits zum zwei­ten Mal in Folge ein gestal­ten­der und beob­ach­ten­der Teil des Festivals: Im Foyer der »Diskothek« schlu­gen wir unser Basislager auf, in einem mehr­tä­gi­gen Workshop erprob­ten und reflek­tier­ten wir Gesprächsformate und Feedbackmethoden wie den »Rücksitz« und das »Unbeschriebene Blatt«.

Die auf dem Festival ange­bo­te­nen Nachgespräche dien­ten uns als Beobachtungsgegenstand, um eini­ge grund­le­gen­de Fragen an thea­ter­päd­ago­gi­sche Austauschformate und Festivals wie die »Club Convention« zu stel­len: Wer spricht dort mit wem? Was ist das Ziel sol­cher Gespräche? Wer will was von wem wis­sen? Und wie las­sen sich auch auf sol­chen Festivals, bei denen das berech­tig­te Bedürfnis nach der gemein­sa­men Feier der eige­nen Arbeit im Vordergrund steht, Räume für ver­schie­de­ne Seherfahrungen und kon­struk­ti­ves Feedback schaf­fen?

Nach einer lan­gen Partynacht mit vie­len gelös­ten Gesprächen pack­ten wir unse­re Kisten wie­der zusam­men und fuh­ren mit vie­len Eindrücken und Denkanstößen nach Hause.

Als Einblick in unser Basislager, hier noch das vom Publikum der Leipziger »Club Convention« geschrie­be­ne Theater‐ABC:

Auto­sug­ges­ti­on / Alltag / Augen­schmaus / Anti­ke / Alma / Anschrei­en

Bretter, die die Welt bedeu­ten / Babette / Busch / Brecht

Chemie / Chaos

Diskonebel

Elite / Emily

Fanatiker / Fantasie

Große Fragen

Hauptrollenakteur*in / Habitation

Ich, Ich, Ich, WIR / Integration

Jugendlichkeit / Jule / Jenny

Kill your Darlings! / Kleist

Licht / Liebe

Machen!!! / Materialschlacht / Marionettentheater

Nachmacher!

Ohnmachtsängste / Ooooooooh!

Pause / Performance

Quatsch / Quelle / Quodlibet

REAKTION gleich AKTION

Spaß / Spannung

Textarbeit / Toi, Toi, Toi!

Unterhaltung / Umnachtung / Umarmung

Vulgärästhetik / Vergissmeinnicht

Wettbewerb ? / Weltordnung / Werbung / Walter Zissmann

X‐malige Wiederholungen

Yves Hinrichs / Y ist immer schwie­rig

Zur‐Schau‐stellen / Zupfen / Zauber

Fangnetz für offe­ne Fragen
Theater – ABC
Eine Frage des Vertrauens
Nehmt doch Platz
Schau dich um. Wer fehlt hier?
Grundsitzdiskussion mit der GDG und den Stipendiat*innen
ODER?!
Wer hat noch nicht, wer will noch­mal?
Das unbe­schrie­be­ne Blatt
Bierdeckelfragen

Jugendjury beim „Treff: Junges Theater in Thüringen“

Für den „Treff: Junges Theater in Thüringen“ wird eine Jugendjury aus Menschen zwi­schen 16 und 27 gesucht, die sich aktiv in die Thüringer Theaterszene ein­brin­gen (zum Beispiel als Spieler*innen, FSJler*innen, lei­den­schaft­li­che Zuschauer*innen), jedoch noch nicht auf dem Weg zur Professionalisierung, bspw. durch ein Studium in der Richtung, sind. Diese suchen gemein­sam mit einer Jury aus beruf­lich Theaterschafenden die Produktionen für den 24. Treff aus. Außerdem gestal­ten sie gemein­sam mit Saskia und Vincent von der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft die Nachgespräche auf dem Festival und sie kön­nen so Impulse für den Treff und die Gespräche mit­ein­an­der set­zen.

Zur Vorbereitung der Jugend‐Jury gibt es einen Workshop mit der Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft (GDG) zum Thema Festivalbegleitung und Gesprächsformate. Der Workshop fin­det am 06. – 07.04.2019 in Erfurt statt. Dabei steht auch ein gemein­sa­mer Theaterbesuch auf dem Programm. Der Workshop ist für 10 Jugendliche aus den ver­schie­de­nen Thüringer Theatern offen, fünf von ihnen wer­den dann die Jugend‐Jury bil­den.

Auf Theaterfestivals ist der GDG immer wie­der auf­ge­fal­len, dass man haupt­säch­lich mit Leuten redet, die man schon kennt und das die span­nends­ten Gespräche mit “Neuen” in der Schlange vorm Essen oder zufäl­lig an der Bar ent­ste­hen. In den “offi­zi­el­len” Gesprächen reden oft immer die­sel­ben und zu einem pro­duk­ti­ven, wert­schät­zen­dem und kri­ti­schen Austausch, der für alle berei­chernd ist, kommt es sel­ten. Wie kann man das ändern? Und was kann eine Jugend‐Jury dazu bei­tra­gen? Gemeinsam mit Saskia Scheffel und Vincent Kresse von der GDG wer­den Strategien gesucht, um posi­tiv auf Festivals ein­zu­wir­ken, Gesprächsformate aus­pro­biert und Sehgewohnheiten hin­ter­fragt.

Wer Lust hat Teil des Workshops und der Jugendjury zu sein mel­de sich bis zum 25.März in der Geschäftsstelle der LAG Spiel+Theater Thüringen bei Uta Homberg unter spiel-und-theater@lag-thueringen.de.

Weitere Termine:

1.5. – 15.06.2019: Sichtung der Bewerbungsvideos

Zeitraum: 24. – 28.06.2019: ein­tä­gi­ge Jury‐Sitzung, Erfurt

17. – 20.10.2019 Teilnahme am Festival

3. Klausurtagung der GDG

Wir haben 2018 an so vie­len Projekten gear­bei­tet wie noch nie. Ein Wochenende lang haben wir uns des­halb bei unse­rer 3. Klausur vom 16.–18.11. Zeit genom­men das ver­gan­ge­ne Jahr zu reflek­tie­ren und das kom­men­de Jahr anzu­den­ken und vor­zu­be­rei­ten. Unser Dank geht an die­ser Stelle noch ein­mal an das Stellwerk Weimar für das Zurverfügungstellen der Räumlichkeiten.

Außerdem haben wir uns Zeit genom­men unser Format der Preisverleihung zu pro­ben. In Ermangelung eines Festivalprogramms haben wir dafür Youtube‐Videos benutzt. Hier die Ergebnisse:

Bester Schnitt – Kung Fury → https://www.youtube.com/watch?v=bS5P_LAqiVg

Größtes Fremdschämpotential – Service is Selling → https://www.youtube.com/watch?v=LXmShIyjJvg

ange­mes­se­ne Länge – Too many cooks → https://www.youtube.com/watch?v=QrGrOK8oZG8

Bester Hintergrund – BP Spills Coffee → https://www.youtube.com/watch?v=2AAa0gd7ClM

Klarster Moment von „Das kann ich auch“ – 3 Minute Meal → https://www.youtube.com/watch?v=Vf8fB7DUSkg

Aufregendste Bartfrisur – The Horribly Slow Murderer with the Extremely Inefficient Weapon by Richard Gale → https://www.youtube.com/watch?v=9VDvgL58h_Y

Größtes Ego – David für die stand­haf­te Vertretung eige­ner Positionen in der Preisverleihung

Schönste Auflösung – 3 minu­te meal → https://www.youtube.com/watch?v=Vf8fB7DUSkg

Beste Nahaufnahme – Die Nuss

Klarste Form – too many cooks → https://www.youtube.com/watch?v=QrGrOK8oZG8

fast ero­tischs­ter Moment – Ylvis – The Cabin → https://www.youtube.com/watch?v=ua1FAlHt_Ys

Schönstes Objekt – Die hand­ge­trie­be­ne Kupferschüssel aus Cooking with Apples – The Victorian Way → https://www.youtube.com/watch?v=v9xvCuO33Ao

Das Ding will ich haben – Der Mixer aus „Will It Blend? Iphone X“ → https://www.youtube.com/watch?v=KWqw5SpITg8

Bestes Zusammenspiel – Jumpin Jive – Cab Calloway and the Nicholas Brothers → https://www.youtube.com/watch?v=_8yGGtVKrD8

buf­figs­ter Buffer – Wintergatan – Marble Machine → https://www.youtube.com/watch?v=IvUU8joBb1Q

Authentischster Dialekt/Akzent – Der Rasssismus Workshop → https://www.youtube.com/watch?v=tWpyfxxL6Lc

Hintergründigste Hintergrundmusik – Selling is Service → https://www.youtube.com/watch?v=LXmShIyjJvg

Furore 2018 – Internationales Festival für junges Theater

Vom 18.–22. Juli war die Akademie für Darstellende Kunst in Ludwigsburg ein klei­nes Zentrum für Europäisches Theater: Über 60 Künstler*innen aus 10 ver­schie­de­nen Nationen zeig­ten ihre Produktionen, fei­er­ten und spra­chen mit­ein­an­der. Auch wir waren vier Tage lang dabei, haben uns unter die Festivalgemeinde gemischt, Gespräche initi­iert und Preise ver­lie­hen.

Unser Basislager erstreck­te sich über das gan­ze Festivalgelände zwi­schen ADK‐Foyer und Innenhof. Das Publikum konn­te in den Gängen Eindrücke und Fragen zu den Inszenierungen tei­len oder auf den Toiletten Regeln für ein gutes Gespräch oder ein inter­na­tio­na­les Festival auf­stel­len. Auch als Übersetzer*in für die ver­schie­de­nen Sprachen des Programms konn­te sich mit­tels far­big mar­kier­ten Wäscheklammern regis­triert wer­den.

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An den Nachmittagen und Abenden luden wir zu for­ma­tier­ten Themengesprächen: Mit Picknickdecken und Obstkörben sprach­zier­ten wir in den nahe­ge­le­ge­nen Park, um uns über das Festivalthema „Widersprüchliche Identitäten“ aus­zu­tau­schen. Am Long Table wur­de mit Künstler*innen und Besucher*innen über Formen und Strategien der Inszenierung von Gender dis­ku­tiert. Und bis in die Nächte ver­sam­mel­ten wir uns um den LED‐erleuchteten Thinking Pool, um den jewei­li­gen Festivaltag gemein­sam Revue pas­sie­ren zu las­sen.

Den Abschluss bil­de­ten die ers­te von uns auf Englisch gehal­te­ne Preisverleihung und eine Nacht vol­ler lan­ger, gelös­ter Gespräche über Theater, Europa, Arbeit und Politik und die Zusammenhänge, die wir fan­den.

 
Ein herz­li­cher und gol­de­ner Dank geht an das Furore‐Team und alle Beteiligten!

Preisverleihung

Best solo action – Viktor Rabl with „Heimat von oben“

Best laug­hing – Frank the tech­ni­ci­an during the con­cert of Шапка

Most shiny teeth shi­ne – The Noodle Truck lady

Best sta­ge hog ena­b­le­ment – Alice Bogaerts, the direc­tor of “BURT

Best pri­ze cate­go­ry – Best moment, in which a con­fet­ti shoo­ter should have been shot, but wasn’t

Tired insi­de, back awa­ke – “The power of unknown cha­os”

Best rock bandШапка, for per­forming punk in the non‐punk envi­ron­ment of the ADK foy­er

Best moment, in which a con­fet­ti shoo­ter should have been shot, but wasn’t – “InBetween”, for the moment in which the heart beats for the last time

Best non‐happening – The fes­ti­val team for for­get­ting the date with the team of “Schöner Wird’s Nicht”

Courage to ugli­ness – “KRUM. The crea­ti­on of the world” for the ugly cha­rac­ters they brought on sta­ge

Best per­son with red shoes – Johann Diel from the fes­ti­val team

Best use of paper pie­ces – Lukas Schädler and hel­pers for inven­ting tit­les of upco­m­ing fes­ti­val edi­ti­ons

Best yoga pos­tu­reШапка for the “Kakerlake” as a part of their warm‐up

Best orga­ni­sa­ti­on – The bar team for the unex­pec­ted Friday night out­door par­ty

Best moment of love – Marielle Layher in “Hasen‐Blues. Stopp” for the … con­fes­si­on of love

Best musicWojciech Kondzielnik in “Awakening”

Best body ten­si­onFyodor Dostoyevsky and Sabina Machačová in “A Gentle Spirit”

Piece which I nee­ded a ciga­ret­te after – “Awakening”

Most plea­sant absence of direc­ting – The GDG for restrai­ning as faci­lia­tors during the long table gen­der talk

Best black‐out – “InBetween” for the black‐out during which the tech­ni­ci­an was seen and loo­ked like a ghost

Best grand­ma – Leon Singer for taking care of the team of “The Words of Others” (with joker)

Best ges­tu­re of embarr­ass­mentWojciech Kondzielnik in “Awakening” for try­ing not to attract atten­ti­on after acci­dent­al­ly hit­ting his gui­tar during the quiet moments after a naked and ecsta­tic group dance

Best could‐have‐been – The pre­sence of visi­tors from Ludwigsburg at this fes­ti­val

Best ani­mal sound – Anna Russell‐Martin for her sheep sound during the cere­mo­ny

Most like­ab­le tech­ni­ci­an – Friedemann Klappert for being the most fri­end­ly Technical Manager around 

Best Moment of Love – Marielle Layher in „Hasen_Blues.Stopp“ for her unpre­ten­tious con­fes­si­on of love

GDG goes herr*krit – Reflexionen (auf) einer herrschaftskritischen Sommeruni

Was ist eigent­lich Kritik? Was ist Herrschaftskritik? Wie sieht es aus, wenn sich 500 jun­ge und jung­ge­blie­be­ne Menschen eine Woche unter die­sem Motto tref­fen, gemein­sam pro­duk­tiv sein und Herrschaftskitik fei­ern wol­len?

Auf jeden Fall viel­fäl­tig, auf jeden Fall bunt. Beim Versuch einer genaue­ren Beschreibung, ent­zieht sich herr*krit jedoch jedem label.

Natürlich gibt es Workshops, auch. Es gibt Crashkurse, auch. Und selbst­ver­ständ­lich gibt es Feiern. Aber ist herr*krit eine Workshopreihe: Nein. Ist herr*krit ein Festival, nicht ganz. herr*krit will mehr. herr*krit ver­sucht ein Raum zu sein, für eine Gruppe, die sich selbst sucht und immer wie­der fin­det.

 Ein kurz­wei­li­ges Utopia, zu des­sen Reflektion wir ein­ge­la­den wur­den. Für den Abschluss am Freitag kon­zi­pier­ten wir zahl­rei­che Formate, die viel­fäl­ti­ge Kommunikationen zwi­schen den Gästen und den Organisator*innen von herr*krit ermög­lich­ten, um so die diver­sen, im Laufe der Woche gesam­mel­ten Erfahrungen für zukünf­ti­ge Veranstaltungen nutz­bar wer­den zu las­sen – aus ihnen zu ler­nen. Wir bedan­ken uns bei allen Beteiligten für ein wirk­lich beein­dru­cken­des Erlebnis.

Internationales Figurentheaterfestival BLICKWECHSEL 2018 in Magdeburg

Eine Woche lang waren wir auf dem inter­na­tio­na­len Figurentheaterfestival Blickwechsel zu Gast. Wir haben Gespräche geführt, ange­stif­tet, auf­ge­schnappt und mit­ge­hört; haben Produktionen gese­hen, Ästhetiken, Formen und Inhalte dis­ku­tiert; haben über Strukturen, Arbeitsbedingungen, Hierarchien und Begriffe gestrit­ten. Vieles davon haben wir im Basislager, das das Foyer in Beschlag genom­men hat doku­men­tiert.

Wir haben unse­re Gespräche und Beobachtungen zu Thesen ver­dich­tet. Der Titel, unter dem das Diskursprogramm auf die­sem Festival stand, lau­te­te Aufbruch. Ein Aufbruch ist eine offe­ne Suche, ist die Provokation des Neuen, des Unbekannten, des Unabgeschlossenen. Und somit kann auch unser Beitrag nur das sein: Eine unab­ge­schlos­se­ne und nicht kohä­ren­te Sammlung; Eine Menge, die uns gegen­über­steht und uns angeht; ein Plädoyer, das auf­for­dert sich zu ihm zu ver­hal­ten.

Die nun fol­gen­de Liste greift Diskurse auf, die uns wäh­rend der Festivaltage beschäf­tigt haben. Eine Auswahl von 15 Thesen prä­sen­tier­ten wir als Impuls beim Double‐Diskurs, der im Rahmen des Festivals statt­fand.

STTS 2018 – Runde drei!

Theaterschaffende Schüler*innen aus ganz Sachsen fei­er­ten Theater vom 6. bis 9. Juni unter dem Motto „Theater und Politik“ im Opernhaus Chemnitz. Drei Tage lang zeig­ten und dis­ku­tier­ten 119 Schüler*innen aus sechs Theatergruppen im Rahmen des Schülertheatertreffens 2018 ihre dies­jäh­ri­gen Produktionen, ihre Gedanken und Gefühle zur Zukunft unse­rer Gesellschaft. Und wir waren – inzwi­schen das drit­te Jahr in Folge – mit dabei.

Wir haben Nachgespräche für die ein­zel­nen Produktionen und ein poli­ti­sches Basislager ent­wor­fen, in denen und dem die Schüler*innen gleich­be­rech­tigt zu Wort kom­men konn­ten. Auf gro­ßen Tafeln wur­de über die Zukunft des Theaters debat­tiert, in einem über­di­men­sio­nal gro­ßen Buch “Ideen für eine bes­se­re Welt” gesam­melt.  So ent­stand ein ange­reg­ter Austausch, alle Facetten des Festival‐Mottos betref­fend, über kon­kre­te Aufführungen, Theater und Politik im Allgemeinen und das Festival an sich.

Wir haben ein Speeddating ver­an­stal­tet und uns unter die Festivalbesucher*innen gemischt, haben viel Theater gese­hen und fast noch mehr über Theater gere­det.

Auf öffent­li­chen Planen und in gehei­men Briefen wur­den Aufführungen enga­giert dis­ku­tiert, bei einem Picknick ent­spannt über die Festivalerlebnisse geplau­dert. Am abend­li­chen Laberfeuer wur­de musi­ziert und auf der Terrasse impro­vi­siert.

Zu guter letzt ver­wan­del­te sich am Freitagabend das Basislager in ein hoch­en­er­ge­ti­sches Basslager. Es wur­de aus­gie­big getanzt – mit will­kom­me­ner Abkühlung in Form einer Eisverleihung.

Wir bedan­ken uns bei allen Gruppen sowie der Organisation für drei ein­drucks­vol­le, unter­halt­sa­me und bewe­gen­de Tage.

Danke dafür!

Conni

26. Schülertheatertreffen Sachsen‐Anhalt

Vom 3. bis zum 6. Juni ver­an­stal­te­te das Landeszentrum Spiel & Theater Sachsen‐Anhalt e.V. das dies­jäh­ri­ge Schülertheatertreffen am Theater Magdeburg und neben neun Schüler*innen-Gruppen durf­te sich auch die Geheime Dramaturgische Gesellschaft herz­lich will­kom­men füh­len vor Ort die Nachgesprächskultur zu beför­dern.

Zusammen mit Spielenden der gela­de­nen Inszenierungen kon­zi­pier­ten wir in einem Workshop vor­ab und im Verlauf des Festivals Nachgesprächsformate und ein Basislager und setz­ten die­se dann auf dem Festival um. Unterstützt wur­de wir dabei durch Luise Edom und Wiebke Zielosko, mit denen die Geheime Dramaturgische Gesellschaft schon mehr­mals in Thüringen arbei­te­ten.

Wir haben gemein­sam Briefkästen und Spiele gebas­telt, auf Scheiben dis­ku­tiert, Impulse gesetzt und Theater gefei­ert.

Es waren vier wunder‐ und ein­drucks­vol­le Tage von der Einreise in den „Staat des Triumphes durch Tatkraft“ bis zur Ausreise aus dem neu­ge­grün­de­ten Staat vol­ler groß­ar­ti­gem Theater, inter­es­san­ter (Nach-)Gespräche und vor allem mit einer herz­li­chen Atmosphäre.

Ein beson­de­rer Dank geht an die­ser Stelle an die Spielenden, mit denen ich zusam­men arbei­ten durf­te, und natür­lich an die Festivalorganisation.

So bleibt zum Schluss nur eins: Der Wunsch nach mehr.

Es war ein Fest!

Conni

Landesforum der Berliner Kinder‐ und Jugendtheater

Theaterschaffende der Kinder‐ und Jugendtheaterszene Berlins tra­fen sich am 24.05.2018 im Podewil um sich über ihre Arbeitsbedingungen und die dar­aus resul­tie­ren­den Forderungen an die Politik aus­zu­tau­schen. Dieses ers­te Landesforum bil­de­te den Startpunkt der Evaluation, die das Kinder‐ und Jugendtheaterzentrum der Bundesrepublik Deutschland im Auftrag des Berliner Senats durch­führt.

Wir waren gebe­ten den Auftakt der Evaluation zu beglei­ten und zu beob­ach­ten. Am Ende des dis­kus­si­ons­rei­chen Tages stell­ten wir aus unse­ren Beobachtungen ad hoc Thesen auf, wel­che Ihr nun hier nach­le­sen könnt:

1) Dass jetzt noch an Grundlagen gear­bei­tet wer­den muss, sorgt für Frustration. Bitterkeit ist unpro­duk­tiv und der Kampf lohnt sich.

2) Durch unter­schied­li­che Belastung gibt es unter­schied­li­che Vorabbeschäftigung mit den Thesen.

3) Wir soll­ten einen Weg fin­den ein soli­da­ri­sches Wir zu wer­den trotz unse­res Stolzes auf die diver­se Berliner Kinder‐ und Jugendtheaterlandschaft.

4) Kinder und Jugendliche sind das Kinder‐ und Jugendtheaterpublikum von mor­gen.

5) Niemand außer uns benutzt den Begriff „Erwachsenentheater“.

6) Nichts ist bes­ser als der Kreis.

7) 50 Minuten krat­zen an der Oberfläche.

8) Wer mit mehr Leuten da ist, hat mehr Einfluss.

9) Durch die Themen der Gesprächsrunden wur­den Theater mit ähn­li­chen Bedürfnissen zusam­men gebracht, aber ein inten­si­ve Vermischung ver­hin­dert.

10) Zwangstheaterbesuche für Kinder sind die belieb­tes­te Forderung des Positionspapiers 2017.

11) Hier wur­de ver­pfle­gungs­tech­nisch vor­ge­legt, was auch für Theater abre­chen­bar sein soll­te. Leckeres schafft Zusammenhalt.

12) Wo ist das Positionspapier des LAFT Berlin?

13) Die Durchführenden der Evaluation müs­sen nicht um Beteiligung wer­ben, weil sie Teil einer Lobbyarbeit aller ist.

14) Es braucht mehr Vernetzungstreffen.

 

Es war schön, Teil des gan­zen gewe­sen zu sein.

Anna und Willi